Der Schnee fällt leise

Der Schnee fällt leise.
Die Flocken besingen die Stille.
Und jedes Mal, wenn eine Flocke mein Gesicht berührt, fühle ich ihren einzigartigen Klang,

Ihm zu lauschen befreit mich innerlich von aller Schwermut, die ich ebenfalls so leise in mir trage.
Nie würde sie vorlaut werden.
Nie würde sie sich zu wichtig nehmen.
Nie würde sie auch nur daran denken sichtbar zu sein.
Denn jeder trägt in sich, was er in sich trägt.
Es ist keine Entscheidung, vielmehr ist es das Wesen, das jedem innewohnt, welches entscheidend ist.

Der Schnee fällt leise und alles rund um mich wird zu einer einmaligen Symphonie.
Nüchtern. So nüchtern wie ein Mensch nur sein kann, nehme ich all diese Nuancen,
dieses enorme Spektrum an Empfindungen wahr.

Das kühle Nass auf meiner Haut verbindet mich mit dem Leben und lehrt mich den Unterschied zwischen Sein und Nicht-Sein.

Die Flocken tanzen dem Boden entgegen und die unendlichen Perspektiven, die mir Bewusstsein ermöglicht lassen mich tief einatmen.

Dankbar für das Leben.

Text: Natalie Pertlwieser
Fotografie: Erwin Pils